Mahşah Hanım
Geb. 1864 in Trabzon, gest. 1933 in İstanbul. Dichterin.
Tochter von Ahmed Bey, Ehefrau von Mehmed Hamid Efendi. Sie war Mitglied im Nakşi-, Kadiri- und Mevlevi-Orden und schrieb unter anderem mystische Gedichte. Beschäftigte sich mit der Musik und komponierte einige Lieder. Darüber hinaus schreib sie ein Theaterstück (Mün‘im Şah oder Zafer). Ihr Grab befindet sich im Edirnekapısı-Friedhof in İstanbul.
Quellen:
  • Bekiroğlu, Nazan (o. J.). Osmanlı Kadın Şairleri (Osmanische Dichterinnen). http://www.nazanbekiroglu.org/2000/01/02/osmanlida-kadin-sairler/ (Zugriff am 06. Dezember 2012).
  • Serhan Alkan İspirli (2007). Osmanlı Kadının Şiiri (Gedichte Osmanischer Frauen). Journal of Turkish Studies 2007, Vol 2, Issue 4. http://www.turkishstudies.net (Zugriff am 8. Juli 2012).



Makbule Hanım
Geb. ? in Thessaloniki (Selanik), gest. ? in ?. Besitzerin eines Modehauses.
Tochter des Gouverneurs von Thessaloniki Ahmet Refik Paşa. Sie erhielt ihre Ausbildung in Theassaloniki. In ihrem adeligen Umfeld galt es als unwürdig, dass eine Frau für ihren Lebensunterhalt arbeitet. Im Gegensatz dazu war Mabule Hanım der Ansicht, dass eine Frau in der Lage sein sollte, sich selbst zu ernähren. Zusammen mit ihrer Freundin Nazire Hanım eröffnete sie ein Nähatellier, wo sie andere Frauen beschäftigten. Makbule Hanım kaufte in Paris Kleidermodelle, nach denen im Atellier genäht wurde. Nach einigem Misserfolg, so schied z. B. Nazire Hanim samt ihrem Kapitel aus dem Betrieb aus, wurde das Atellier von Makbule Hanım 1927 in dem İstanbuler Stadtteil Beyoğlu eine der gefragten Modehäuser der Türkei.
Quellen:

  • Çolak, Güldane; Uçan, Lale (2008). II. Meşrutiyet'ten Cumhuriyet'e Basında Kadın Öncüler (Die ersten Frauen in der Presse in der Zeit von der Monarchie bis zur Republik). Heyamola Yayınları.




Mark, Hayganuş
Geb. 1885 in İstanbul, gest. 1966 in İstanbul. Frauenrechtlerin. Schriftstellerin.
Mark war eine armenische Feministin. Sie besuchte das Armenische Esayan Gymnasium in İstanbul, arbeitete dann vier Jahre als Hilfslehrerin im Waisenhaus des armenischen Krankenhauses Surp Pırgiç in İstanbul und schließlich als Armenischlehrerin in der Mädchenschule Nigoğosyan in İstanbul. Ihre Schrifstellerin-Karriere begann mit dem Stück "Gahorranı" (Die Schaukel), das in der in Armenisch herausgegebenen Zeitschrift "Manzume-i Efkǎr"

erschien. Sie schrieb Gedichte und Kurzgeschichten und brachte Zeitschriften heraus. Zunächst für zwei Jahre die Zeitschrift Dzağig (Die Blume), dann Hay Gin (Die Armenische Frau), die 14 Jahre erschien. Sie war Vorsitzende des Literaturkreises beim Verein Azkanıver Hayuhyatz Ingerutyun; in dieser Eigenschaft hat sie sich dafür engagiert, dass Schulen für armenische Kinder in der Türkei eröffnet wurden.
Quellen:
  • İstanbul Kadın Müzesi (o. J.). http://www.istanbulkadinmuzesi.org/de/hayganus_mark_markar (Zugriff am 22. Oktober 2014).
  • Bilal, Melissa; Ekemekçioğlu, Lerna; Mumcu, Belinda (2000). Mark'ın (1885–1966) Hayati, Düsünceleri ve Etkinlikleri (Mark [1885–1966]. Ihr Leben, ihre Gedanken, ihre Aktivitäten).http://www.tarihvakfi.org.tr/toplumsaltarih/genctarih/2000/ucuncu_ekemekcioglu_mumcu.asp (Zufgriff am 23. Dezember 2001)



Mevlan (Mevlan-Civelek), Ulviye
Geb. 1893 in Syrien, gest. 1964 in ?. Frauenrechtlerin, Schriftstellerin.
Tscherkesische Herkunft. Eine der ersten Frauenrechtlerinnen im Osmanischen Reich. Sie war Gründerin und leitende Redakteurin der Zeitschrift „Kadınlar Dünyası“ (Die Welt der Frauen): die erste explizit als "feministisch" bezeichnete Frauenzeitschrift, in der ausschließlich Frauen beschäftigt waren und in der ausschließlich von Frauen verfasste Artikel veröffentlicht wurden. In die Redaktion kamen Frauen mit Rechtsproblemen, denen geholfen wurde. Ulviye Mevlan beließ es also nicht nur bei der redaktionellen Arbeit, sondern sorgte auch für aktive Hilfe. In der Folge gründeten sie und ihre Mitkämpferinnen am 28. März 1913 den „Verein zum Schutz der Frauenrechte“ (Müdafaa-i Hukuk-u Nisvan Cemiyeti). Die Feminisitin war mit dem 10 Jahre jüngeren Ali Civelek verheiratet.
Quellen:
  • Arat, Nejla (1989). Kadın Sorunu (Das Frauenproblem). Say Yayınları.
  • Bianet (Online-Zeitung) vom 14. Juli 2012: Kadınlar Dünyası'nda Bir Saraylı (Auszug aus dem Buch "Aykırı Kadınlar. Osmanlı'dan Günümüze Devrimci Kadın Portreleri" von Hüseyin Aykol, 2012, İmge Kitabevi Yayınları). http://bianet.org/biamag/kitap--2/139698-kadinlar-dunyasinda-bir-sarayli (Zugriff am 13. Dezember 2012).
  • Çolak, Güldane; Uçan, Lale (2008). II. Meşrutiyet'ten Cumhuriyet'e Basında Kadın Öncüler (Die ersten Frauen in der Presse in der Zeit von der Monarchie bis zur Republik). Heyamola Yayınları.



Mihri Hatun
Geb. 1460 (1461?) in Amasya, gest. 1506 in Amasya. Dichterin.
Über ihren Namen gibt es verschiedene Meinungen: Während Aşık Çelebi von Mihri spricht, besteht Evliya Çelebi auf Mihrümah, andere wiederum auf Fahrünnisa oder Mihrünnisa. Sie entstammt einer wohlhabenden und gebildeten Familie. Ihr Vater, Mehmed Bin Yahya, war Richter und ebenfalls ein Poet. Sie gehört zusammen mit Zeynep Hatun zu den ersten bekannten Poetinnen des Osmanischen Reichs. Unter den Poetinnen hat sie eine besondere Stellung, da sie als Frau in ihren Werken ihre Liebesgefühle unverschleiert schilderte. Der deutsche Historiker Hammer hat sie "die Osmanische Sapho" genannt.  Mihri Hatun, die Arabisch und Persisch sprach, gehörte zum Literaturkreis von Prinz Ahmed, Sohn des

Sultans Beyazid II, und fiel durch ihre Redegewandheit, Bildung, aber auch ihre Schönheit auf. Sie hat nie geheiratet. Eine Gedichtesammlung ist 1967 in Moskau erschienen. Buch über ihr Leben in Türkisch: Sezer, Sennur (2005): Türk Safo'su Mihri Hatun. Divan edebiyatının tek kadın Şairinin Yaşamöyküsü. Kapı Yayınları.
Quellen:
  • Bekiroğlu, Nazan (o. J.). Osmanlı Kadın Şairleri (Osmanische Dichterinnen). http://www.nazanbekiroglu.org/2000/01/02/osmanlida-kadin-sairler/ (Zugriff am 06. Dezember 2012).
  • Türk Dünyasi Ortak Edebiyatı: Türk Dünyası Edebiyatcıları Ansiklopedisi (2005). Cilt VI.
  • Serhan Alkan İspirli (2007). Osmanlı Kadının Şiiri (Gedichte Osmanischer Frauen). Journal of Turkish Studies 2007, Vol 2, Issue 4. http://www.turkishstudies.net (Zugriff am 8. Juli 2012.



Mina, Müzeyyen
Geb. ? in Sivas, gest. ? in ?. Schauspielerin.
Früher Mari Hanım. Sie spielte das erste Mal am 1. April 1921 in dem Stück "Harap Yurt" und verliebte sich fortan in die Schauspielkunst. Im Vergleich zu den anderen armenischen und griechischen Schauspielerinnen (türkische Frauen durften noch nicht auf die Bühne) sprach sie akzentfrei türkisch, weshalb viele Zuschauer sie für eine Türkin hielten. Sie verliebte sich in einen türkischen Mann, wurde Muslimin und nahm den Namen Müzeyyen Mina Hanım an.
Quelle:
  • Çolak, Güldane; Uçan, Lale (2008). II. Meşrutiyet'ten Cumhuriyet'e Basında Kadın Öncüler (Die ersten Frauen in der Presse in der Zeit von der Monarchie bis zur Republik). Heyamola Yayınları.



Muhittin, Nezihe

Geb. 1889, gest. 10. Februar 1958. Frauenrechtlerin, Schriftstellerin, Pädagogin.
Eine der ersten Frauenrechtlerinnen im Osmanischen Reich; eine der ersten weiblichen Abgeordneten im türkischen Parlament. Sie kämpfte für das aktive und passive Wahlrecht von Frauen in der Türkei und war Gründungsmitglied und Vorsitzende der Kadınlar Halk Fırkası (Frauen-Volkspartei), Gründungsmitglied der Türk Kadınlar Birliği (Türkische Frauen-Vereinigung) sowie Mitherausgeberin von Frauenzeitschriften. Nezihe Muhittin hatte eine pädagogische Ausbildung und war Rektorin verschiedener Mädchengymnasien. Sie war auch eine Schriftstellerin (Kurzgeschichten, Romane) und ist Autorin des Buchs "Türk Kadını" ("Die Türkische Frau") 1931, in dem es um die Stellung der Frau vor der Gründung der Türkischen Republik geht. Sie starb in einer psychiatrischen Anstalt.
Quellen:
  • Banoğlu, Deniz; Boran, Behice; Tüzün, Metin (o. J.). Siyasette Öncü Kadınlarımız. (Unsere ersten Frauen in der Politik). http://abone.superonline.com/hanifesirin/siyaset.html (Zugriff am 23. Februar 2003).
  • Çolak, Güldane; Uçan, Lale (2008). II. Meşrutiyet'ten Cumhuriyet'e Basında Kadın Öncüler (Die ersten Frauen in der Presse in der Zeit von der Monarchie bis zur Republik). Heyamola Yayınları.



Münire Hanım
Geb. 1825 in ?, gest. 1903 in ?. Dichterin.
Tochter des Sadrazams Mehmed Derviş Paşa (Sadrazam = mächtigste Person nach dem König). Sprach Arabisch und Persisch; heiratete den Gouverneur Ali Rıza Paşa. Sie war Mitglied des Mevlevi-Ordens Scheich Osman Salahüddin Dede; schrieb hauptsächlich mystische Gedichte.
Quellen:
  • Bekiroğlu, Nazan (o. J.). Osmanlı Kadın Şairleri (Osmanische Dichterinnen). http://www.nazanbekiroglu.org/2000/01/02/osmanlida-kadin-sairler/ (Zugriff am 06. Dezember 2012).
  • Serhan Alkan İspirli (2007). Osmanlı Kadının Şiiri (Gedichte Osmanischer Frauen). Journal of Turkish Studies 2007, Vol 2, Issue 4. http://www.turkishstudies.net (Zugriff am 08. Juli 2012).
  • Dersistan (o. J.). Osmanlıda Kadın Şairler (Verfügbar unter http://www.dersistan.com; Zugriff am 08. Dezember 2012).



 Selbstportrait
Müşfik (Rasim), Mihri
Geb. 1886 in İstanbul, gest. 1954 in den USA. Malerin, Lehrerin.
Tscherkessische Herkunft. Zählt zusammen mit Müfide Kadri zu den ersten Malerinnen des Osmanischen Reichs. Lehrte an der Lehrerinnenschule (Darülmuallimat) und in der Kunstakademie für Frauen (İnas Sanai-i Nefise Mektebi) in İstanbul, in der Kunstakademie war sie später Dekanin. Erste Lehrkraft, die ein Akt-Modell im Unterrricht einsetzte. Sie hat außer in İstanbul in Rom, Paris und in den USA gelernt und gearbeitet. Vor allem in Rom hat sie berühmte Personen der Zeit porträtiert, auch den – wahrscheinlich als die erste Frau und Muslimin – damaligen Papst im Vatikan (Bild verschollen). Sie war liiert mit dem italienischen Dichter Gabriel d’Annunzio. 32 ihrer Werke befinden sich in der Türkei, 60 in den USA.
Mihri Müşfik wurde alkoholkrank und verarmte. Die Malerin Hale Asaf ist ihre Nichte. Obgleich sie in den USA als Kunstprofessorin arbeitete und Poträts von wohlhabenden Familien malte, starb sie dort verarmt und wurde beigesetzt in einem Waisenfriedhof. Sie hat nach der Scheidung von Selami Müşfik 1922 den Nachnamen ihres Vaters "Rasim" angenommen; sie ist aber bekannter unter dem Namen "Müşfik".
Quellen:
  • Çakmak, Hasan (2000). Tuvale çizilen kısa hayat (Ein kurzes Leben auf der Leinwand), 19.1.2000. www.evrensel.net/00/01/19/kultur.html (Zugriff am 28. April 2011).
  • Canikli, İlkay Canan (2005). Ressam Güzin Duran (Die Malerin Güzin Duran). Diplomarbeit, Universität İstanbul, S. 17.



Portrait (Jahr ?)Mustafa, Belkıs
Geb. 1896 (1886?) in İstanbul, gest. 29. Januar 1925 in Berlin. Malerin.
Eine der ersten Studentinnen der Kunstakademie in İstanbul (Sanayi-i Nefise Mektebi); Abschluss mit Auszeichnung; weiteres Studium in Berlin; zahlreiche Ausstellungen. Ihr Grab befindet sich im Türkischen Friedhof Berlin in der Nähe von Tempelhof.
Quellen:
  • Toros, Taha (1988). İlk Kadın Ressamlarımız / The First Lady Artists of Turkey. Akbank Ak Publications.
  • Karadağ, Esen (2008). Cumhuriyet Dönemi Kadın Sanatçıların Resim Eğitimindeki Rolü (Die Rolle der Künstlerinnen der republikanischen Zeit auf die Kunsterziehung). Diplomarbeit. Ondokuzmayıs Üniversitesi, Samsun.














Muvahhit, Bedia
Geb. 16. Januar 1897 in ?, gest. 20. Januar 1994 in İstanbul. Schauspielerin.
Bedia Muvahhit ist neben Neyyire Neyir eine der ersten beiden muslismischen Filmschauspielerinnen. Sie besuchte die Schulen Kadıköy Terakki Mektebi und Notre Dame de Sion Lisesi in İstanbul. 1913 gehörte sie zu den ersten Frauen, die bei einer Telefongesellschaft angestellt wurden. 1921 bis 1923 arbeitete Muvahhit als Französischlehrerin am Mädchengymnasium Erenköy in İstanbul. 1923 wurde ihr eine Rolle in dem Film "Ateşten Gömlek" nach dem
gleichnamigen Roman von Halide Edip Adıvar angeboten, die sie annahm. Bedia Muvahhit war auch Theaterschauspielerin und wirkte in über 200 Stücken mit.
Quelle:
  • İstanbul Kadın Müzesi (o. J.). http://www.istanbulkadinmuzesi.org/de/bedia-muvahhit (Zugriff am 23. Oktober 2014).





Foto zur Anzeige in der Zeitschrift "Süs"
Muzaffer Hanım
Geb. ? in ?, gest. ? in ?. Fotografin.
Sie ist wahrscheinlich die erste Fotografin des Osmanischen Reichs und die erste Fotografin, die mobile Dienste anbot. Weil sich viele Frauen, die sich fotografieren lassen wollten, im Fotostudio nicht frei fühlten, kam Muzaffer Hanım auf die Idee, die Frauen in ihrem Haus zu besuchen und sie im eigenen Umfeld abzulichten. Um diesen Dienst publik zu machen, schaltete sie Anzeigen in Zeitschriften, z. B. in der Zeitschrift "Süs" vom 23. Juni 1923.
Quellen:
  • Stiftung Frauenbibliothek und -informationszentrum (Hrsg.) (2002). Ajanda 2002. Osmanlı’dan Günümüze Kadın Dergilerinde Son Sayfalar. (Kalender 2002. Die letzten Seiten der Frauenzeitschriften von der Osmanischen Zeit bis heute.). S. 77.
  • Çolak, Güldane; Uçan, Lale (2008). II. Meşrutiyet'ten Cumhuriyet'e Basında Kadın Öncüler. (Die ersten Frauen in der Presse in der Zeit von der Monarchie bis zur Republik.) Heyamola Yayınları. S. 43 f.






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