Gizer, Vildan
Geb. 1889 in İstanbul, gest. 1974 in İstanbul. Malerin.
Gizer Vildan ist die Enkelin des Osman Bey, der bei Sultan Abdülhamit Leiter der Öffentlichkeitsarbeit (Başmabeyincisi) und Drucker war. Er hat eine Extragenehmigung erhalten, den Koran zu drucken (bis dahin war das Vervielfältigen des Korans in einer Druckerei verboten). Ihr Vater war der Maler und Kalligraf Ömer Vasfı Bey. Vildan Gizer zählt zu den ersten Malerinnen des Osmanischen Reichs. Sie lernte privat bei Salvatore Valeri und an der Kunstakademie für Frauen (İnas Sanai-i Nefise Mektebi) in İstanbul. Sie heiratete Dr. Hikmet Gizer. Als dieser im Ersten Weltkrieg beruflich nach Österreich ging, begleitete sie ihn und hatte in Wien die Möglichkeit, ihre Malerei weiterzuentwickeln. Vildan Gizer hat ihre Werke nie ausgestellt. Diese befinden sich in der Sammlung ihrer Töchter Hilkat und Rikkat.
Quelle:
  • Vildan Gizer. KozanBilgi.net vom 29. Mai 2015. http://www.kozanbilgi.net/vildan-gizer.html (Zugriff am 9. Dezember 2015).
  • Mamur, Nuray (2012). Türk Resim Sanatında Kadın Sanatçının Tuvalinde Kadın Imgesi (Das Bild der Frau in der Türkischen Malerei auf der Leinwand der Künstlerinnen). http://www.acarindex.com/dosyalar/makale/acarindex-1423868069.pdf (Zugriff am 19. August 2015).



Gökçen, Sabiha

Geb. 21. März 1913 in Bursa, gest. 22. März 2001 in Ankara. Pilotin.
Erste weibliche Pilotin und Kriegspilotin der Türkei. Eine der Adoptivtöchter von Atatürk. (Atatürk adoptierte Mädchen, die er unterstützte, weil ihm die Bildung und berufliche Ausbildung der türkischen Frau wichtig war.) Sabiha Gökçen machte ihre Pilotenausbildung an der zivilen Pilotenschule in Ankara, anschließend wurde sie bei der Türkischen Luftwaffe zur Militärpilotin ausgebildet. Sie hat einen zweifelhaften Ruhm, weil sie als Kriegspilotin an der Niederschlagung des Dersim-Aufstandes, wo sie Kurdenstellungen bombadierte, teilnahm. Sie nahm auch teil am Korea-Krieg. Zum Major befördert leitete sie die Ausbildung von Kampfpiloten. Ein Flughafen in İstanbul ist nach ihr benannt: Sabiha Gökçen Uluslararası Havalimanı (Internationaler Flughafen Sabiha Gökçen).
Quelle:

  • Hargrave Pioneers of Aviation (o. J.). http://www.ctie.monash.edu.au/hargrave/gokcen.html (Zugriff am 21.10.2014).




Gönenç, Mebrure
Geb. 1900 in İstanbul, gest. ? in ?. Lehrerin, Politikerin.
Sie besuchte das Amerikanische College Arnavutköy in İstanbul. Sie arbeitete dann als Französisch- und Englischlehrerin an einem Mädchengymnasium (Çamlıca Kiz Lisesi) und dem Amerikansichen College Üsküdar in İstanbul. Gönenç ist die erste Frau, die in die Stadtverwaltung Adana gewählt wurde. Sie gehört zu den ersten 17 Frauen, die 1935 ins Türkische Parlament gewählt wurden.
Quelle:

  • Sezer, Ayten (o. J.). Türkiye'deki İlk Kadın Milletvekilleri ve Meclis'teki Çalısmları (Die ersten weiblichen Abgeordneten in der Türkei und ihre Aktivitäten). http://www.ait.hacettepe.edu.tr/akademik/arsiv/kadin.htm (Zugriff am 25. Oktober 2014).



Görkey, Sabiha

Geb. 1889 in İstanbul, gest. 22.11. 1963 in ?. Lehrerin, Politikerin.
Sie besuchte das Darülmuallimat (Lehrerinnenschule, die heutige Universtät İstanbul), musste während ihres Studiums arbeiten, da sie früh ihren Vater verlor. Anschließend arbeitete sie als Lehrerin zunächst in İstanbul, dann als Schuldirektorin und Lehrerin an der Lehrerinnenschule in Edirne. Sie engagierte sich auch politisch. Görkey gehört zu den ersten 17 Frauen, die 1935 ins Türkische Parlament gewählt wurden. Quelle:

  • Sabiha Görkey (o. J.). http://www.feminet.net/sabiha-gorkey/(Zugriff am 16. Juli 2015).





Güleryüz, Bedia
Geb. ? in ?, gest. ? in ?. Malerin.
Bedia Güleryüz gehört zu den ersten Malerinnen des Osmanischen Reichs. Sie studierte an der am 1. November 1914 eröffneten Kunstakademie für Frauen (İnas Sanai-i Nefise Mektebi) in İstanbul.
Quelle:
  • Alp, Selda (1999). II. Meşrutiyet Döneminde Kadın Sanatçılar ve Kadın Resimleri (Künstlerinnen und ihre Werke in der Zeit der II. Konstitutionellen Monarchie). Anadolu Sanat, Sayı 10, 1999 Aralık, 14–29.



Hamiyet Hulusi Hanım
Geb. 1877 in İstanbul, gest. 13. Februar 1930 in İstanbul. Klavierlehrerin.
Ihr Vater war Morali Suphi Paşa, der nach dem Russischen Krieg Hilfen für die Immigranten organisierte und sich vor allem für die Bildung der Mädchen einsetzte; er gründete zwei Internate für sie. Hamiyet Hulusi Hanım verlor ihren Vater, als sie 9 Jahre alt war. Sie ging dann in die "Kız Sanayi Mektebi" (Mädchenschule), die einst ihr Vater eröffnete. Sie folgte dem Beispiel ihres Vaters und engagierte sich zeitlebens für Mittellose. Für die Flüchtlinge nach dem Balkankrieg gründete sie mit Freunden 1912 den "Esirgeme Dernegi" (Schutzverein). Später war sie zusätzlich im "Hilal-i Ahmer Hanımlar Merkezi" tätig, einem Zentrum von Frauen, die unter anderem Mittellosen Hilfen bot. Hamiyet Hulusi Hanım heiratate 1901, bekam zwei Kinder. Als ihr Mann verstarb, arbeitete sie als Klavierlehrerin, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen.
Quelle:
  • Çolak, Güldane; Uçan, Lale (2008). II. Meşrutiyet'ten Cumhuriyet'e Basında Kadın Öncüler (Die ersten Frauen in der Presse in der Zeit von der Monarchie bis zur Republik). Heyamola Yayınları.




Hakkı, Behire

Geb. ? in ?, gest. ? in ?. Bekleidungsnäherin; Lehrerin.
Tochter des Untersuchungsrichters Mahmud Cemal Bey. Behire Hakkı erhielt privaten Unterricht. Schon als Kind interessierte sie sich für das Nähen; mit 11 nähte sie sich selbst ein Kleid. In ihrem Umfeld galt das Selbstnähen als Zeichen für Armut. Behire Hakkı sah das aber anders. Sie war stolz auf ihre Fähigkeit, und sie empfand es als erstrebenswert, nicht auf das Geld des Vaters oder des Ehemannes angewiesen zu sein, um sich gut zu kleiden und auch um den eigenen Lebensunterhalt zu verdienen. Außerdem wurde damals die Bekleidung vorwiegend von Armeniern genäht, und Behire hielt es für wichtig, dass die türkische Frau einen eigenen Bekleidungsstil entwickelte. In den Kriegsjahren sah sie die Armut in ihrem Land und überlegte, welchen Beitrag sie für die Menschen leisten könnte. Sie eröffnete 1913 in Taş Mektep, İstanbul, eine Nähschule namens "Biçki Yurdu", in der sie Frauen das Nähen beibrachte, die wiederum mit dem Nähen Geld verdienen konnten. Die Schülerinnenanzahl wuchs; Behire eröffnete weitere Schulen in den Stadtteilen Üsküdar, Beşiktaş und Beyazit und Fatih. 1928 betrug die Gesamtzahl der Schülerinnen 1794. Außerdem schrieb sie das 3-bändige Buch "Biçki Nazariyat ve Kavaidi", in dem die Nähkunst beschrieben wird. Für ihre Leistungen erhielt sie die "Maarif ve Sanayi Nişanı" - eine Auszeichnung im Osmanischen Reich für besondere Verdienste in der Bildung, Kultur und Wirtschaft.
Quelle:

  • Çolak, Güldane; Uçan, Lale (2008). II. Meşrutiyet'ten Cumhuriyet'e Basında Kadın Öncüler (Die ersten Frauen in der Presse in der Zeit von der Monarchie bis zur Republik). Heyamola Yayınları.




Hatice Nakiye Hanım

Geb. 1846 (1845?) in İstanbul, gest. 1899 (1898?, 1879?) in İstanbul (?). Dichterin.
Tochter von Osman Saib Efendi. Nach dem frühen Tod ihrer Mutter wurde sie von der Tante aufgezogen. Sie besuchte das Darülmuallimat (Lehrerinnenschule); war Mitglied des Yenikapı Mevlevi-Ordens; lehrte in der Darülmuallimat Persisch und Geschichte; schrieb ein Persich-Wörterbuch und übersetzte das Buch „Zavallı Çocuk“ von Namık Kemal ins Persische. Sie lebte eine Zeit in Ägypten. In der Zeit des Sultan Mehmet Reşat war sie Lehrerin einiger Sultanskinder; wurde von Abdülhamid II. mit dem Şefkat Nişanı ausgezeichnet. Sie hat die zweite Auflage der Gedichtesammlung ihrer Tante, der Dichterin Şeref Hanım, aufbereitet. Eine eigene Gedichtesammlung von Hatice Nakiye Hanım gibt es nicht. Ein Teil ihrer Gedichte befindet sich am Ende der Gedichtesammlung ihres Bruders Nebil Bey, ein anderer Teil wurde von Ahmet Muhtar Bey herausgegeben. Hatice Nakiye Hanım, die nie geheiratet hat, wurde im Çınaraltı-Friedhof des Yenikapı Mevlevi-Ordens beerdigt.
Quellen:

  • Bekiroğlu, Nazan (o. J.). Osmanlı Kadın Şairleri (Osmanische Dichterinnen). http://www.nazanbekiroglu.org/2000/01/02/osmanlida-kadin-sairler/ (Zugriff am 06. Dezember 2012).
  • Serhan Alkan İspirli (2007). Osmanlı Kadının Şiiri (Gedichte Osmanischer Frauen). Journal of Turkish Studies 2007, Vol 2, Issue 4. http://www.turkishstudies.net (Zugriff am 08. Juli 2012).


 Hikmet, Celile. Siehe Uğuraldım, Celile Hikmet



Hisar, Remziye
Geb. 1902 in ?, gest. 13. April 1992 in İstanbul. Chemie-Professorin.
Die damals dreijährige Grundschule absolvierte sie in einem Jahr, studierte später Chemie in İstanbul, promovierte an der Sarbonne in Paris und habilitierte an der Technischen Universität İstanbul. Remziye Hisar ist die erste Chemie-Professorin der Türkei. Von der französischen Regierung erhielt sie 1956 die Auszeichnung "Officer de l’Académie" und von Tübitak den Tübitak Wissenschaftspreis 1991. Sie ist Mitbegründerin der Türk Üniversiteli Kadınlar Derneği (Türkischer Verein der Frauen an der Universität).
Quellen:

  • Türk Üniversiteli Kadınlar Derneği, Samsun Şubesi (o. J.). Remziye Hisar (1902–1992). http://www.tukdsamsun.org.tr/m_haber.php?id=466 (Zugriff am 1. Februar 2013).
  • Stiftung Frauenbibliothek und -informationszentrum (Hrsg.) (2004). Ajanda 2004. İlkler. (Kalender 2004. Die Ersten).



Haydar, Aziz

Geb. 1881 in Tırhala, gest. Mai 1959 in İstanbul. Erzieherin, Frauenrechtlerin.
Ihr Vater Haydar Bey wurde als Bürgermeister in Thessaloniki eingesetzt; die Familie zog in die Nachbarschaft von Mustafa Kemal Atatürk, der wie Aziz Haydar 1881 geboren wurde. Beide waren befreundet. Haydar war eine engegierte Erzieherin, die sich besonders für die Bildung von Mädchen einsetzte. Zusammen mit ihrem Bruder İsmet Haydar eröffnete sie 1909 eine Art Vorschule für 8- bis 15-Jährige, für Kinder, die zuvor keine Schule besucht hatten. Im Balkankrieg musste die Schule schließen. Später eröffnete sie eine neue Schule, wofür sie ihren gesamten Schmuck verkaufte. Haydar schrieb auch feministische Artikel für die Frauenzeitschrift Kadın Dünyası. Sie war eine entschiedene Gegnerin der Verschleierung der Frauen mit der Begründung, dass man im Koran keine Stelle findet, die eine Verschleierung vorschreibt.
Quellen:
  • Aksoy, Murat (2005). Başörtüsü - Türban. Batılılasma, Modernleşme, Laiklik ve Örtünme. (Kopftuch - Turban. Westlichwerdung, Modernisierung, Laizismus und Verschleierung.) İstanbul: Kitap Yayınevi.
  • Çolak, Güldane; Uçan, Lale (2008). II. Meşrutiyet'ten Cumhuriyet'e Basında Kadın Öncüler (Die ersten Frauen in der Presse in der Zeit von der Monarchie bis zur Republik). Heyamola Yayınları.



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