Sami Moralı, Seniha
Geb. 1886 in ?, gest. 1982 in ?. Museumsleiterin, Autorin.
Ihr Großvater war der Minister für Erziehung Abdüllatif Suphi Paşa; ihre Mutter war die Tochter des Außenministers Mehmet Reşit Paşa. Seniha Sami war eine Schwägerin des Schriftstellers Nazım Hikmet. Sie heiratete Mehmet Rauf Bey, der früh verstarb. Aufgrund dieser Heirat sind ein Teil ihrer Werke mit dem Namen Seniha Rauf veröffentlicht.
Seniha Sami beschäftigte sich mit Geschichte und Literatur. Eines ihrer bedeutenden Bücher ist die „Geschichte der Iranischen Literatur“. Außerdem übersetzte sie Werke aus dem Englischen und Französischen ins Türkische, z. B. Werke von Shakespeare wie Hamlet und Julius Caesar. Sie gab Prinzesinnen im Serail Englischunterricht. Aufgrund ihrer Sprach- und Geschichtskenntnisse wurde sie Museumsleiterin im Asar-ı Atika Museum in İstanbul und war somit die erste weibliche Person in der Leitung eines Museums. Sie blieb bis zu Ihrer Pensionierung 1950 Museumsleiterin. Seniha Sami war auch in Frauenfragen engagiert; auf den Internationalen Frauenkongressen 1931 in Belgrad und 1933 in Marseille vertrat sie die Türkei.
Quelle:

  • Stiftung Frauenbibliothek und -informationszentrum (Hrsg.) (2004). Ajanda 2004. İlkler (Kalender 2004. Die Ersten).
  • Toros, Taha (2005). Nazım cezaevinden çıkıyor (Nazım kommt aus dem Gefängnis). In: Cumhuriyet, 15. Oktober 2005. http://yeniedebiyat.blogcu.com/nazim-cezaevinden-cikiyor-taha-toros/115004 (Zugriff am 1. Februar 2013).



Saniye Hanım

Geb. 1836 in Trabzon, gest. 1905 in Trabzon. Dichterin.
Tochter von Emin Efendi; heiratete Sırrı Efendi und lebte einige Zeit in Rize. Obwohl sie für eine Gedichtesammlung eine hinreichende Anzahl von Gedichten schrieb, wurde keine Sammlung zusammengetragen. Ein Teil ihrer Gedichte sind bei einem Brand verlorengegangen.
Quellen:

  • Bekiroğlu, Nazan (o. J.). Osmanlı Kadın Şairleri (Osmanische Dichterinnen). http://www.nazanbekiroglu.org/2000/01/02/osmanlida-kadin-sairler/ (Zugriff am 06. Dezember 2012).
  • Serhan Alkan İspirli (2007). Osmanlı Kadının Şiiri (Gedichte Osmanischer Frauen). Journal of Turkish Studies 2007, Vol 2, Issue 4. http://www.turkishstudies.net (Zugriff am 08. Juli 2012).


 Saz, Leyla; siehe Leyla Hanım




Sertel Zekeriya, Sabiha
Geb. 1895 in Selanik, gest. September 1968 in Baku (Sowjetunion). Frauenrechtlerin, Journalistin.
Stammt aus einer Dönme-Gemeinde – ein Zweig der Juden, die im 15. Jh. aus Spanien vertrieben wurden und ins Osmanische Reich kamen; dieser Zweig konvertierte im 17. Jh. zum Islam und türkisierte sich.
Weil es in in der Zeit in Selanik für Mädchen noch keine Möglichkeit der höheren Bildung gab, gründete Sabiha Sertel zusammen mit Freudinnen den "Tahsil Cemaati“ (Bildungsverein). Der Verein engagierte Professoren, von denen die Mädchen in Fächern wie Philosophie und Soziologie unterrichtet wurden. Sertel wurde Journalistin, schrieb Artikel in der Zeitschrift „Yeni Felsefe“ (Neue Philosophie), dessen Herausgeber Mehmet Zekeriya sie heiratete. Das Paar ging nach İstanbul, wo sie die Zeitschrift "Yeni Mecmua“ (Neue Zeitschrift) gründeten; die Herausgeberin wurde Sertel. Die sozialistisch orientierte Journalistin gründete zusammen mit ihrem Mann noch weitere Zeitschriften und Zeitungen und schrieb feministische Artikel sowie besonders während des Zweiten Weltkriegs Beiträge gegen den Faschismus und Militarismus. 1950 musste sie aus politischen Gründen das Land verlassen. Ihre Tochter Yıldız Sertel schrieb ein Buch über ihr Leben: Sertel, Yıldız (2001). "Annem: Sabiha Sertel Kimdi, Neler Yazdı?“ (Meine Mutter: Wer war Sabiha Sertel, was schrieb sie?). Belge Yayınları.
Quellen:
  • Çolak, Güldane; Uçan, Lale (2008). II. Meşrutiyet'ten Cumhuriyet'e Basında Kadın Öncüler (Die ersten Frauen in der Presse in der Zeit von der Monarchie bis zur Republik). Heyamola Yayınları.
  • Glassen, Erika (2002). Die Töchter der letzten Osmanen. Zur Sozialisation und Identitätsfindung türkischer Frauen nach Autobiographien. In: Sabine Prätor u. a. (Hrsg.). Frauen, Bilder und Gelehrte: Studien zu Gesellschaft und Künsten im Osmanischen Reich; Festschrift Hans Georg Majer. Simurg Verlag. S. 347–386.
  • Stiftung Frauenbibliothek und -informationszentrum (Hrsg.) (2004). Ajanda 2004. İlkler. (Kalender 2004. Die Ersten).



Sırrı (Rahile) Hanım
Geb. 1814 in Diyarbakır, gest. 1877 in İstanbul. Dichterin.
Entstammt dem Herrscherhaus Ahmed Bey, einer bildungsbürgerlichen Familie. Lebte eine Zeit in Bagdad, ging dann nach İstanbul. Pflegte enge Freundschaft mit Kamil Paşa und seiner Frau, Prinzessin Zeynep Hanım. Sie heiratete später Kamil Paşa; bekam eine Tochter, die verstarb. Sie gehörte dem Kadiri-Orden an. Buch über sie: Korkusuz, M. Şefik (2005). Diyarbekirli Şair Sırrı Hanım'ın Divanı. Kent Yayınları.
Quellen:
  • Bekiroğlu, Nazan (o. J.). Osmanlı Kadın Şairleri. (Osmanische Dichterinnen.) http://www.nazanbekiroglu.org/2000/01/02/osmanlida-kadin-sairler/ (Zugriff am 06. Dezember 2012).
  • Serhan Alkan İspirli (2007). Osmanlı Kadının Şiiri (Gedichte Osmanischer Frauen). Journal of Turkish Studies 2007, Vol 2, Issue 4. http://www.turkishstudies.net (Zugriff am 08. Juli 2012).
  • Bilinmeyen Diyarbekir (o. J.). http://www.bilinmeyendiyarbekir.com/sairyazar_kadinlar.html (Zugriff am 08. Dezember 2012).



Sıtkı Hatun
Geb. ? in ?, gest. 1703 in İstanbul. Dichterin.
Auch Sıdkı Hatun, Ümmetullah Hatun. Ihre Schwester Faize Hanım war ebenfalls eine, allerdings weniger bekannte Poetin. Sıtkı Hatun war Mitglied des Bayramiye-Ordens. Ihre Werke sind eine Gedichtesammlung und die nicht veröffentlichten Zeitschriften "Genc-i Envar" und "Mecmuaü’l Hayal" (Zeitschriften für mystische Dichtung).
Quellen:
  • Bekiroğlu, Nazan (o. J.). Osmanlı Kadın Şairleri (Osmanische Dichterinnen).http://www.nazanbekiroglu.org/2000/01/02/osmanlida-kadin-sairler/ (Zugriff am 06. Dezember 2012).
  • Serhan Alkan İspirli (2007). Osmanlı Kadının Şiiri (Gedichte Osmanischer Frauen). Journal of Turkish Studies 2007, Vol 2, Issue 4. http://www.turkishstudies.net (Zugriff am 08. Juli 2012).




 
Sıvacıyan, Kınar
Geb. 1876 in ?, gest. 13. August 1950 in İstanbul. Schauspielerin.
Neben Aghavni Zabel Binemeciyan (Çilingiryan) eine der ersten armenischen Schauspielerinnen, die ein Theater (Yeni Osmanlı Tiyatrosu = Neues Osmanisches Theater) gründeten. Ihr Mann war der Schauspieler und Komiker Arşak Sıvacıyan. Ihr Grab befindet sich im Armenischen Friedhof Kurbağalıdere in İstanbul.
Quelle:
  • İstanbul Kadın Müzesi (o. J.) http://www.istanbulkadinmuzesi.org/web/207-1025-1-1/de/biografien_-_biyografiler/biyografiler/kinar_sivaciyan (Zugriff am 23. Oktober 2014).



Şeref Hanım
Geb. 1809 in İstanbul, gest. 1861 (1876?) in ?. Dichterin.
Entstammt einer bildungsbürgerlichen Familie, in der es viele Dichter gab. Tochter des Dichters Mehmed Nebil, Enkelin des Dichters Halil Nuri Bey, Tante der Dichterin Hatice Nakiye Hanım. War Mitglied im Kadiri- und Mevlevi-Orden. Die Gedichte, die sie für Mahmud II. und seiner Mutter schrieb, lassen ein sehr leidvolles Leben vermuten. Es gibt eine Gedichtesammlung, die 1867 und 1875 veröffentlicht wurde. Ihr Grab befindet sich im Çınardibi-Friedhof des Yenikapı Mevlevi-Ordens.
Quelle:
  • Bekiroğlu, Nazan (o. J.). Osmanlı Kadın Şairleri (Osmanische Dichterinnen). http://www.nazanbekiroglu.org/2000/01/02/osmanlida-kadin-sairler/ (Zugriff am 06. Dezember 2012)
  • Serhan Alkan İspirli (2007). Osmanlı Kadının Şiiri (Gedichte Osmanischer Frauen). Journal of Turkish Studies 2007, Vol 2, Issue 4. http://www.turkishstudies.net (Zugriff am 08. Juli 2012)



Şevket, Belk
ıs
Geb. ? in ?, gest. ?. Frauenrechtlerin.
Sie ist die erste türkische Frau, die in einem Flieger über İstanbul flog. Belkıs Şevket arbeitete als Lehrerin, engagierte sich in dem Verein "Osmanlı Müdafaa-i Hukuk-ı Nisvan Cemiyeti" (Verein für Frauenrechte) und schrieb Artikel in der feministischen Zeitschrift "Kadınlar Dünyası" (Die Welt der Frauen). Als symbolische Handlung für den Aufstieg der türksichen Frau stellte sie im Namen des Vereins beim Militär den Antrag, zusammen mit dem Piloten Fethi Bey in einem Flieger mitzufliegen. Der Auftrag wurde zunächst abgelehnt, doch mit der Fürsprache des Cemal Paşa und nach langen Diskussionen wurde es ihr gestattet. Der Flug fand feierlich in Anwesenheit der Presse am 1. Dezember 1913 statt.
Quelle:
 
  • Çolak, Güldane; Uçan, Lale (2008). II. Meşrutiyet'ten Cumhuriyet'e Basında Kadın Öncüler (Die ersten Frauen in der Presse in der Zeit von der Monarchie bis zur Republik). Heyamola Yayınları.
  • Türk Hava Kuvvetleri (2012). İlk Kez Uçan Türk Kadını (Die erste türkische Frau, die flog). http://www.hvkk.tsk.tr/tr/IcerikDetay.aspx?ID=29&IcerikID=81 (Zugriff am 17. Juli 2015).



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