Nakiye Hanım, siehe Hatice Nakiye Hanım




Nigar Hanım 
Nigar Hanım (Nigar Binti Osman)
Geb. 1862 in İstanbul, gest. (30. März?) 1918 in İstanbul. Dichterin, Schriftstellerin.
Nach İspirli (2007) sprach sie Arabisch, Persisch, Französisch, Deutsch und Pontisch, nach Çolak und Uçan (2008) sprach sie acht Sprachen. Ihr Vater war der Ungar Adolf Fartaş, der 1848 ins Osmanische Reich übersiedelte und als Macar Osman Paşa (der Ungar Osman Paşa) im Reich bedienstet war. Er war Musiker, Maler und Sprachwissenschaftler. Ihre Mutter hieß Emine Rıfat Hanım. Nigar, die ein sehr inniges Verhältnis zu ihrem Vater hatte und sich deshalb auch nach ihm benannte – Nigar Binti Osman (Nigar, Tochter von Osman) – wurde mit 13 Jahren verheiratet mit Mehmet İhsan Bey, der aus einer der reichsten Familien des Reichs stammte. Sie hat sich später von ihm scheiden lassen. Nigar Hanım besuchte die Französische Schule Kadıköy in İstanbul. Später arbeitete sie für

Frauenzeitschriften. In ihren Artikeln gab sie Tipps, wie man eine gute Ehefrau und Mutter sein kann. Dann folgten Artikel mit den Themen "altes Leben – Leben heute", "Osten – Westen". Sie sprach sich für die Frauenrechte aus. Da es zwischen Mann und Frau einen biologischen Unterschied gibt, kann man ihrer Auffassung nach nie von einer Gleichheit der Geschlechter sprechen. Mädchen völlig frei zu lassen wäre ebenso falsch wie, sie gänzlich einzusperren. Sie kritisiert, dass Mädchen nicht die Bildung erhalten wie die Jungen. Denn wer der Gesellschaft eine Form gibt, ist das Mädchen von heute und die Frau von morgen. Sie engagierte sich in verschiedenen Hilfsorganisationen und spendete beispielsweise die Einnahmen ihres Buches "Elhan-i Vatan" für ein Kinderhilfswerk.
Nigar Hanım ist die erste Frau, die Frauensalons einführte. Ihr Konak und ihr Sommerhaus war Treffpunkt von einheimischen und ausländischen Intellektuellen und Künstlern. Nigarwar eine romantische Poetin. In ihren Gedichten geht es meist um die nicht erwiederte Liebe. Sie ist die erste Frau, die den Mut hatte, ihren echten Namen unter ihren Zeitungs- und Zeitschriftenartikeln zu setzen. Dem folgten andere Schriftstellerinnen. Ihr Grab befindet sich im Kayalar-Friedhof in Rumelihisarı.
Ihre Werke: Efsus, Niran, Aks-i Sada, Safaht-i Kalp, Elhân-ı Vatan, Griye, Tasvir-i Ask, Hayatımın Hikayesi. Übersetzungen: İki Hemşire, Davet, Madam ile Doktor.
Quellen:
  • Arat, Nejla (1986). Kadın Sorunu (Das Frauenproblem). Say Yayınları.
  • Çolak, Güldane; Uçan, Lale (2008). II. Meşrutiyet'ten Cumhuriyet'e Basında Kadın Öncüler (Die ersten Frauen in der Presse in der Zeit von der Monarchie bis zur Republik). Heyamola Yayınları.


Neyir, Neyyire (Münire Eyüp Ertuğrul)
Geb. 1902 in ?, gest. 13. Februar 1943 in İstanbul. Schauspielerin.
Zusammen mit Bedia Muvahhit gehört sie zu den ersten muslimischen Filmschauspielerinnen. Sie schloss die Lehrerinnenschule in İstanbul (Dâ­rülmuallimat) ab und besuchte für zwei Jahre das Amerikansiche College in İstanbul. 1923 erhielt sie eine Rolle in dem Film "Ateşten Gömlek" (1923) nach dem gleichnamigen Roman von Halide Edip Adıvar. Der Resisseur des Films war Muhsin Ertuğrul, den Neyir später heiratete. Beide realisierten zwei weitere Filme. Neyir war auch
Theaterschauspielerin und arbeitete für verschiedene Bühnen. 1941 gründete sie die Theaterzeitschrift "Perde ve Sahne Dergisi", die sie bis zu ihrem Tod herausgab.
Quelle:
  • İstanbul Kadın Müzesi (o. J.). http://www.istanbulkadinmuzesi.org/de/neyyire_neyir_munire_eyup_ertugrul (Zugriff am 23. Oktober 2014).
  • Hüseyin Tufan Çelik Kültür Web Sites (o. J.). http://www.htcelik.com/neyyire_neyir_biografi.html (Zugriff am 23. Oktober 2014).



Nuriye Hanım
Geb. 1887 in ?, gest. 1967 in Paris. Malerin.
Nachfahre des französischen Diplomaten Pierre Antoine de Castagnery (lebte 1689 bis 1699 in der Türkei); Enkelin des zum Islam konvertierten Reşat Bey und Tochter des Diplomaten Nuri Bey. Nuriye Hanım ging nach Paris und wurde dort bekannt als "Countess Nuriye"; war befreundet mit dem Bildhauer Rodin und dem Maler Rousseau. Sie hat in den Pariser Literatur-Salons die türkische Literatur bekannt gemacht. Ihre Familie sind die Figuren in dem Roman von Pierre Loti ("The Unhappy Woman", erschienen in Paris 1905).
Quellen:
  • Toros, Taha (o. J.). In Erinnerung an Pierre Loti. http://ekitap.kulturturizm.gov.tr/belge/1-35162/taha-toros.html (Zugriff am 05. Dezember 2012).
  • Toros, Taha. Two turkish women in Paris in 1922. http://www.turkishairlines.com/en-INT/skylife/archive/en/2002_8/konu13.htm#1 (Zugriff am 22. Dezember 2012).



Osman, Bedra
Geb. ? in ?, gest. ? in ?. Frauenrechtlerin.
Sie engagierte sich in dem Verein "Osmanlı Müdafaa-i Hukuk-ı Nisvan Cemiyeti" (Verein für Frauenrechte). Zusammen mit sieben weiteren muslimischen Frauen bewarb sie sich als Beamtin bei der İstanbul Telefongesellschaft. Zunächst wurden die Gesuche abgelehnt mit der Begründung, dass die Frauen diese Tätigkeit nicht ausüben könnten. Die Frauen bewarben sich erneut, diesmal wurden die Bewerbungen zwar akzeptiert, aber als Einstellungsvoraussetzung Französisch- oder Griechischkenntnisse vorausgesetzt. Die Frauen wandten sich an die feministische Frauenzeitschrift "Kadınlar Dünyası" (Die Welt der Frau), die ein Organ des Vereins für Frauenrechte war. Die Zeitschrift berichtete über das Ereignis, verlangte von der Telefongesellschaft, dass sie sich bei den Frauen entschuldigt und eine Erklärung darüber abgibt, warum bei einer türkischen Einrichtung Fremdsprachenkenntnisse nötig seien. Die Telefongesellschaft entschuldigte sich, und schließlich wurden die Frauen eingestellt. Bedra Osman wurde später Insepkteurin in dem Betrieb. Bedra Osman bewarb sich für eine Stelle, nicht weil sie darauf angewiesen war, Geld zu verdienen, sondern weil sie der Überzeugung war, dass auch Frauen in der Arbeitswelt vertreten sein müssen und weil sie anderen Frauen Mut machen wollte.
Quelle:
  • Çolak, Güldane; Uçan, Lale (2008). II. Meşrutiyet'ten Cumhuriyet'e Basında Kadın Öncüler (Die ersten Frauen in der Presse in der Zeit von der Monarchie bis zur Republik). Heyamola Yayınları.



 Photo courtesy of Silvia Torres-PeimbertPişmiş, Paris
Geb. 30. Januar 1911 in İstanbul, gest. 01. August 1999 in Mexiko-Stadt. Astronomin.
Paris Pişmiş war armenischer Herkunft. Sie war eine der ersten Studentinnen, die die Wissenschaftliche Fakultät der Universität İstanbul besuchten. Sie arbeitete am Observatorium der Universität İstanbul und erlangte ihren Doktortitel in Mathematik. Von 1939 bis 1942 war sie Astronomieasstistentin am Harvard College Observatory (HCO). Pişmiş heiratete Félix Recillas, einen mexikanischen Astronomen. Beide gingen nach Mexiko, wo Pişmiş bis 1946 am Observatorio Astrofísico de Tonantzintla in Puebla, dann über 50 Jahre bis zu ihrer Emeritierung am Observatorio Astronómico Nacional at Tacubaya (Universidad Nacional Autónoma de México, UNAM) in Mexiko-Stadt arbeitete.
Pişmiş hat im Laufe ihrer wissenschaftlichen Arbeit über 120
Artikel geschrieben. Sie fand die unter anderem nach ihr benannten 24 Sternhaufen Pismis 1 bis Pismis 24 (auch abgekürzt mit Pis 1 bis Pis 24).
Quellen:
  • Hoffleit, Dorrit (2005). Two Turkish Lady Astronomers. JAAVSO, Vol. 33; S. 127–129.
  • Paris Pismis (o. J.). ASTROBIOGRAFIAS. http://www.tayabeixo.org/biografias/pismis.htm (Zugriff am 10. Dezember 2015).
  • Torres-Piembert, Silvia (1999). Paris Marie Pişmiş (1911–1999). American Astronomical Society (AAS). http://aas.org/obituaries/paris-marie-pişmiş-1911-1999 (Zugriff am 10. Dezember 2015).




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