Faruki, Nermin
Geb. 1904 in İstanbul, gest. 1991 in ?. Bildhauerin.
Eine der ersten Bildhauerinnen des Osmanischen Reiches. Zunächst war sie 1921 bis 1922 auf der Kunstakademie für Frauen in İstanbul (Inas Sanayi-i Nefise Mektebi), dann an der Kunstakademie in Berlin von 1923 bis 1925.
Quelle:
  • Stiftung Frauenbibliothek und -informationszentrum (Hrsg.) (1999). Ajanda 1999. Kadın Heykeltraşlarımız (Kalender 2002. Unsere Bildhauerinnen). S. 47.



Fatma Aliye Hanım
Geb. 29. Oktober 1864 (1862?) in İstanbul, gest. 14. Juli 1936 in İstanbul. Frauenrechtlerin, Schriftstellerin.
Sie hat als erste Frau ein Buch geschrieben, das die Situation der Frau in der osmanischen Gesellschaft eingehend beschreibt und Lösungswege aufzeigt („Nisvan-i İslam“). Sie arbeitete auch als Übersetzerin. Als Kolumninistin war sie über viele Jahre in der Frauenzeitschrift "Hanımlara Masus Gazete" tätig. Sie ist die Gründerin einer Hilfsorganisation für die Familien von


Kriegsgefallenen und ist erstes weibliches Mitglied der Hilfsorganisation Roter Halbmond. Fatma Aliye ist die erste Frau im Osmanischen Reich, über die eine Monografie geschrieben wurde. Ein Portrait ist seit 2009 auf dem 50-Lira-Schein abgebildet.
Quellen:
  • Ahmet Mithat Efendi (1911). Fatma Aliye. Bir Osmanlı Kadın Yazarın Doğuşu. (Fatma Aliye. Die Geburt einer osmanischen Schriftstellerin.) Übers. aus dem Osmanisch-Türkischen ins Türkische: Ermat, Bedia (2011). Sel Yayıncılık.
  • Arat, Nejla (1986). Kadın Sorunu. (Das Frauenproblem). Say Yayınları.
  • Çakır, Serpil (2006). Aliye, Fatma. In: F. DeHaan, K. Daskalova und A. Loutfi (Hrsg.). Biographical Dictionary of Women's Movements and Feminisms: Central, Eastern. Central European University Press.



Feraceli, Selma Rıza
Geb. 05. Februar 1872 in ?, gest. 05. Oktober 1931 in ?. Jornalistin, Frauenrechtlerin.
Selma Rıza Feraceli war die erste muslimische Journalistin des Osmanische Reichs. Ihre Mutter war eine Österreicherin, die Muslimin wurde und den Namen Naile annahm. Ihr Vater war der Diplomat Ali Rıza Bey. Selma Rıza Feraceli erhielt Privatunterrricht, wie es in der Zeit in der gehobenen Schicht üblich war. Mit 20 schrieb sie einen Roman mit dem Titel "Uhuvvet" (wörtlich: "Geschwisterlichkeit"), in dem es um die Identität der Osmanischen Frau geht. In den Kriegswirren dieser Jahre konnte sie ihren Roman nicht veröffentlichen, allerdings wurde die Schrift später entdeckt 1999 in aktueller türkischer Sprache vom Kulturministerium publiziert.
Als 26-Jährige ging Feraceli nach Paris zu ihrem Bruder, der bereits dort lebte. Sie schrieb für die Zeitungen "Mechveret Supplément Français" und "Şura-yı Ümmet Gazetesi" Artikel über die soziale und kulturelle Teilhabe von Frauen. 1908 kehrte sie nach İstanbul zurück, engagierte sich in Frauenvereinen und schrieb für bedeutende Frauenzeitschriften wie "Hanımlara Mahsus Gazete" ("Zeitung für Frauen") und "Kadınlar Dünyası" ("Die Welt der Frauen"). Zwischen 1898 und 1908 war sie als einzige Frau Mitglied des "İttihat ve Terakki Cemiyeti" („Einheit und Fortschritt“; eine politische Vereinigung, die sich für Reformen im Osmanischen Reich engagierte und ideologisch für das Türkentum ausgerichtet war), und zwischen 1908 und 1913 war sie Generalsekretärin des "Hilal-i Ahmer Cemiyeti", des heutigen Kızılay (der Rote Halbmond, größte Hilfsorganisation der Türkei). Sie setzte sich dafür ein, dass 1916 in İstanbul das erste gymnasiale Internat ("Kandilli Adile Sultan İnas Mekteb-i Sultanîsi") für osmanische Mädchen eröffnet wurde.
Quellen:
  • İstanbul Kadın Müzesi (o. J.). Selma Rıza Feraceli. http://www.istanbulkadinmuzesi.org/selma-riza-feraceli (Zugriff am 14. Dezember 2015).
  • Türkiyeli Kadın Yazarlar (o. J.). Selma Rıza Feraceli. http://tr.writersofturkey.net/index.php?title=Selma_Rıza (Zugriff am 14. Dezember 2015).



Feride Hanım
Geb. 1837 in Kastamonu, gest. 1903 in Kastamonu. Dichterin.
Tochter des Fakultätslehrers Mehmet Reşit Efendi. Von ihm erhielt sie ihre Grundausbildung, lernte Arabisch und Persisch. Heiratete mit dem Bibliothekar Ali Raif Efendi; sie zogen nach İstanbul. Nach seinem Tod kehrte sie zurück nach Kastamonu, wo sie ein zurückgezogenes Leben führte. Neben Gedichten widmete sie sich auch der Kalligrafie und schrieb einen Koran.
Quellen:
  • Bekiroğlu, Nazan (o. J.). Osmanlı Kadın Şairleri (Osmanische Dichterinnen). http://www.nazanbekiroglu.org/2000/01/02/osmanlida-kadin-sairler/ (Zugriff am 06. Dezember 2012).
  • Serhan Alkan İspirli (2007). Osmanlı Kadının Şiiri (Gedichte Osmanischer Frauen). Journal of Turkish Studies 2007, Vol 2, Issue 4. http://www.turkishstudies.net (Zugriff am 08. Juli 2012).



Feriha Kamrǎn Hanım
Geb. ? in ?, gest. ? in ?. Autorin
Zwischen 4. Juni 1914 und 30. Juli 1914 erschien im Osmanischen Reich die Frauenzeitschrift "Kadınlar Ǎlemi" (Die Welt der Frauen) mit Inhalten zu Wissenschaft, Ethik und Literatur. Als den ersten Punkt ihres Programms benannte die Zeitschrift "Artikel, die die Verteidigung der Rechte der Frauen beinhalten". Feriha Kamrǎn Hanım wird in dieser Zeitschrift als die Hauptautorin (başmuharrir) genannt. Mehr ist über diese Person bislang nicht bekannt. Feriha Kamrǎn Hanım setzte sich in ihren Artikeln für mehr Sichtbarkeit und Bildung der Frauen ein. Allerdings war sie gegen die völlige Gleichtstellung von Mann und Frau, wie es im Westen gefordert wurde, mit der Begründung, dass die Osmanische Gesellschaft eine gänzlich andere Religion, andere Werte und Sitten habe. Die Hauptaufgabe der Frau sei letztlich, eine gute Mutter zu sein. Ihre Bildung sollte sie bei der Erziehung einsetzen, um fähige Menschen für die Gesellschaft heranzuziehen.
Quelle:
  • Kutkan, Özlem (2007). Kadınlar Ǎlemi Dergisi (1914) ve Osmanlı İmparatorluğu’nda Kadınlık Hǎlleri. (Die Zeitschrit Kadınlar Ǎlemi [1914] und das Frausein im Osmanischen Reich). kebikeç (24): S. 247–272.



Ferit Tek, Müfide
Geb. 1892 in Kastamonu, gest. 24. März 1971 in İstanbul. Frauenrechtlerin, Schriftstellerin.
Eine der ersten Frauenrechtlerinnen des Osmanischen Reiches. Sie war Nationalistin und als solche Mitglied des Vereins "Türk Ocağı". Dieser 1912 gegründeter Verein hatte die Bildung eines türkischen Staates in etwa den heutigen Grenzen der Türkei zum Ziel. Die nationalistischen Zeitungsartikel der Roman-Schriftstellerin erregten große Aufmerksamkeit. Müfide Ferit Tek war verheiratet mit dem späteren ersten Innenminister der Türkischen Republik, Ahmet Ferit Tek. Aufgrund seines Berufes lebten beide viele Jahre im Ausland, unter anderem in Amerika und in Japan, wo Müfide die Türkei bekannt machte.
Quelle:
  • Çolak, Güldane; Uçan, Lale (2008). II. Meşrutiyet'ten Cumhuriyet'e Basında Kadın Öncüler (Die ersten Frauen in der Presse in der Zeit von der Monarchie bis zur Republik). Heyamola Yayınları.



Fıtnat Hanım
Geb. ? in İstanbul, gest. 1780 in İstanbul. Dichterin.
Ihr echter Name ist Zübeyde. Tocher von Seyhülislam Ebu Ishakzade Mehmet Esad Efendi. Unglückliche Ehe mit Derviş Mehmet Efendi, der sie und ihre Liebe zur Dichtung nicht verstand. Sie hat sich seit ihrer Kindheit mit Literatur befasst; wuchs auf im Kreise der bedeutendsten Dichter und Gelehrten der Zeit. Sie war nicht nur bekannt aufgrund ihrer Gedichte, sondern auch aufgrund ihres Humors – überliefert ist ihr Scherzen mit Koca Ragip Paşa und dem Dichter Haşmet. Ein Teil dieser Scherze soll allerdings erfunden sein. Sie schrieb auch Gedichte in volkstümlicher Sprache. Es gibt eine in İstanbul und in Ägypten veröffentlichte Gedichtesammlung. Das bekannte Lied, das mit den Worten "Güller kızarır şerm ile ol gonce gülünce" beginnt, stammt von ihr.
Quelle:
  • Bekiroğlu, Nazan (o. J.). Osmanlı Kadın Şairleri (Osmanische Dichterinnen). http://www.nazanbekiroglu.org/2000/01/02/osmanlida-kadin-sairler/ (Zugriff am 06. Dezember 2012).
  • Serhan Alkan İspirli (2007). Osmanlı Kadının Şiiri (Gedichte Osmanischer Frauen). Journal of Turkish Studies 2007, Vol 2, Issue 4. http://www.turkishstudies.net (Zugriff am 8. Juli 2012).



Fıtnat Hanım (Neue Fıtnat)
Geb. 1842 in Trabzon, gest. 1911 in İstanbul. Dichterin.
Um nicht mit ihrer Namensgenossin Fıtnat Hanım, die ein Jahrhundert zuvor lebte, verwechselt zu werden, unterschrieb sie ihre Werke mit "die Neue Fıtnat". Tochter des damaligen Gouverneurs von Trabzon Abdullah Paşa. Als sie 4 Jahre alt war, zog die Familie nach İstanbul. Sie erhielt eine umfassende Bildung, sprach Persisch fließend. Sie heiratete einen Mann, der gegen ihr Dichten war; sie wechselte dann zur Kalligrafie-Kunst. Zusammen mit Leyla Saz gehört sie zu den ersten Dichterinnen, die ihre Werke unter ihrem echten Namen veröffentlichten (Öffentlichkeit war für Frauen noch ungewöhnlich). Es gibt eine nicht veröffentlichte Gedichtesammlung.
Quelle:
  • Bekiroğlu, Nazan (o. J.). Osmanlı Kadın Şairleri. (Osmanische Dichterinnen.) http://www.nazanbekiroglu.org/2000/01/02/osmanlida-kadin-sairler/ (Zugriff am 16. Dezember 2012).
  • Serhan Alkan İspirli (2007). Osmanlı Kadının Şiiri (Gedichte Osmanischer Frauen). Journal of Turkish Studies 2007, Vol 2, Issue 4. http://www.turkishstudies.net (Zugriff am 08. Juli 2012.




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