İnan, Afet
Geb. 30. Oktober 1908 in Thessaloniki, gest. 8. Juni 1985 in Ankara. Historikerin.
Ihr Vater war der Forstbeamte İsmail Hakkı Bey, ihre Mutter Şehzane Hanım. Afet İnan wurde 1922 Lehrerin in Elmalı, arbeitete anschließend als Oberlehrerin in der dortigen Mädchenschule. 1925 absolvierte sie die Lehrerinnenschule in Bursa. Sie lernte Atatürk kennen, der sie adoptierte und nach Lausanne ins Internat Rochemont schickte, damit sie Französisch lernt. (Atürk adoptierte mehrere Mädchen, um sie in ihrem beruflichen Fortkommen zu untersützen.) Als sie zurückkam, besuchte sie zusätzlich das Lycee Notre-Dame de Sion in Ankara. Afet İnan beschäftigte sich eingehend mit der Geschichte der Türkei, gab
Afet Inan
Geschichtsunterricht an einer Lehrerschule in Ankara und wurde Mitglied des Türk Tarihi Heyeti, eines Ausschusses zur Erforschung der türkischen Geschichte. Sie studierte anschließend in der Schweiz Geschichte, erlang den Doktortitel, kehrte zurück in die Türkei und lehrte ab 1942 an der Geschichtsfakultät in Ankara als Dozentin, dann ab 1950 als Professorin. Afet İnan setzte sich seit ihrer Jugend auch für Frauenrechte ein.
Quelle:
  • isteataturk.com (o. J.). Afet İnan. http://www.isteataturk.com/haber/4802/falih-rifki-atay (Zugriff am 19. August 2015).
  • Inan, Arı (Hrsg.) (2006). Prof. Dr. Afet Inan. Remzi Kitabevi.




Afife Jale

Jale, Afife
Geb. 1902 in İstanbul, gest. 24. Juli 1941 in İstanbul. Schauspielerin.
Sie besuchte die Mädchen-Kunstschule, ging dann zum Städtischen Theater İstanbul, wo sie zur ersten türkischen Schauspielerin wurde. Da es für muslimische Frauen verboten war, als Schauspielerin zu arbeiten, wurde ihr der Prozess gemacht. Mit Protokoll vom 8. März 1921 wurde sie aus dem Darülbedayi entfernt (Darülbedayi = erstes von Cemil Paşa initiierte Theater im westlichen Stil). Ihre Liebe zur Schauspielerei ließ sie nicht aufgeben; sie wechselte zum privat organisierten Burhanettin Theater und später zum Theater von İsmail Faik Bey. Sie wurde




wieder von der Polizei festgenommen und schikaniert. Obendrein wurde sie von ihrem Vater als "Hure" ausgestoßen und auf die Straße gesetzt. Zu ihren finanziellen Sorgen kamen gesundheitliche Probleme hinzu. Ihre starken Kopfschmerzen behandelte ihr Arzt mit Morphium, was sie abhängig machte. Schließlich kam sie in die Psychiatrie, wo sie ihre letzten Jahre verbrachte.
Quelle:

  • Stiftung Frauenbibliothek und -informationszentrum (Hrsg.) (2004). Ajanda 2004. İlkler. (Kalender 2004. Die Ersten).


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